Mein Praktikum im Bürgerhospital in Stuttgart

Seit Herbst 2015 leben circa 900 Flüchtlinge, darunter viele Familien, in den Räumen des früheren Bürgerhospitals in Stuttgart. Über die Faschingsferien habe ich dort ein einwöchiges Praktikum bei der Caritas gemacht, die im Camp für die Flüchtlinge da ist.

Mein erster Eindruck

Am ersten Tag lernte ich zwei weitere Praktikantinnen und meine Ansprechpartnerin Regine Knapp kennen. Ich bekam einen ersten Überblick über die Unterkunft der Flüchtlinge, die Kleiderkammer und das Lager der Erstausstattungen, die das Sozialamt jedem Flüchtling zur Verfügung stellt. Es gibt gemeinsame Küchen, wo sich jede Familie unabhängig ihre Mahlzeit kochen kann. Um sich die dafür notwendigen Lebensmittel und weitere benötigte Dinge kaufen zu können, erhalten die Flüchtlinge einen festen Betrag, der etwas niedriger ist als Hartz IV.

Das Bürgerhospital ist ein ehemaliges Krankenhaus. Deshalb haben viele Flüchtlinge hier eigene Zimmer pro Familie. Dadurch ist die Situation nicht so angespannt wie in Massenunterkünften in Turnhallen. Über die Sauberkeit war ich jedoch zweigeteilter Meinung.

Beim Faschingsumzug

Da mein Praktikum in der Woche der Faschingsferien statt gefunden hat war das natürlich eine tolle Gelegenheit, mit den Flüchtlingskindern den Faschingsumzug in Stuttgart zu besuchen. Also hängten wir schöne Flyer im ganzen Camp auf. Bis zum Faschingsdienstag hatten sich unsere Flyer offensichtlich bekannt gemacht. Alle Flüchtlingskinder konnten es kaum erwarten, den Faschingsumzug zu besuchen. Trotz miserablem Wetter haben sich die Kinder riesig gefreut.

Im Spielzimmer

Am nächsten Morgen wurde uns das Spielzimmer, in dem die Kinderspielen können, bekannt gemacht. Es gab sehr sehr viele Spielsachen - das hätte ich nicht erwartet! Natürlich hatten die Kinder gemerkt, dass wir im Spielzimmer waren und sie standen alle schon Schlange, um ins Spielzimmer zu gelangen. Es war so schön zu sehen, wie sie strahlten, als sie in das Spielzimmer durften! Um das Aufräumen etwas zu vereinfachen, motivierten wir die Kinder. Und tatsächlich: sie halfen vorbildlich!

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Verwaltung muss sein

Am Nachmittag bekam ich noch einen Eindruck in die Verwaltung und durfte beim Ausfüllen von Formularen helfen. Am Freitag begleiteten wir einen irakischem Flüchtling zu einem Alphabetisierungs-Kurs, da er weder lesen noch schreiben konnte. Er hatte nämlich nur drei Jahre die Schule besucht.

  Beim Sprachkurs in der Sprachschule

 

Beim Sprachkurs in der Sprachschule

Danke!

Es war eine tolle und eindrucksvolle Woche, die mir einen tollen Einblick in das tägliche Leben der Flüchtlinge und den Umgang mit Flüchtlingskindern ermöglicht hat. Ich möchte mich bei Regine Knapp, Stadtdekan Dr. Christian Hermes, der Caritas und der YoungCaritas Stuttgart bedanken, dass sie mir dieses Praktikum ermöglicht haben!